Ratten und Mäuse: Mehr als nur eine Zahl

Jedes Jahr im April werden zwei wichtige Gedenktage begangen: der Tag der Ratte und der Welttag der Versuchstiere. Beide Anlässe laden dazu ein, über die Rolle nachzudenken, die verschiedene Tierarten in der Wissenschaft gespielt haben, sowie darüber, wie wichtig es ist, sie als Lebewesen anzuerkennen, die Schmerz empfinden und Wohlbefinden erfahren können.

Bild von „Te Protejo“

Ratten und Mäuse begleiten die Menschheit schon seit Jahrhunderten, nicht nur im häuslichen Umfeld oder in der Natur, sondern auch in Laboren, wo sie bei der Entwicklung von Medikamenten und Therapien eingesetzt werden. Über diesen Kontext hinaus ist es wichtig, ihre Eigenschaften und ihr Verhalten zu kennen.

Schätzungen zufolge sind mehr als 95 % der in der Forschung verwendeten Tiere Nagetiere, doch finden sie in den Tierschutzgesetzen nach wie vor nur begrenzte Beachtung. Dennoch haben verschiedene Studien gezeigt, dass sie Schmerz und Angst empfinden und soziale Bindungen zu Artgenossen aufbauen können.

Vor diesem Hintergrund wird im Jahr 2025 die Kampagne „Mehr als nur eine Nummer“ ins Leben gerufen, die darauf abzielt, Ratten und Mäuse über die Laborwelt hinaus sichtbar zu machen und ein besseres Verständnis für ihre kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten zu fördern.

FOTOS DER KAMPAGNE HINZUFÜGEN: U-Bahn-Foto und Infografik für soziale Medien zum Unterschied zwischen Ratte und Maus

Intelligent, gesellig und voller Überraschungen

Entgegen den Klischees, die man normalerweise mit diesen Tierarten verbindet, sind Ratten Tiere mit ausgeprägten kognitiven und sozialen Fähigkeiten. Verschiedene Studien haben ihre Lernfähigkeit, ihre Fähigkeit zur Lösung komplexer Aufgaben sowie das Vorhandensein sozialer Verhaltensweisen nachgewiesen, wie beispielsweise die Reaktion auf das Unwohlsein anderer Individuen.

Mäuse zeichnen sich hingegen durch ihr ausgeprägtes Hör- und Geruchsvermögen sowie durch ihr Erkundungsverhalten aus. Zudem weisen sie Verhaltensvariabilität auf, was mit individuellen Unterschieden in ihrem Verhalten in Verbindung gebracht wird.

Bild von „Te Protejo“

Was ist zu tun, wenn man eine Ratte oder Maus in der Umgebung entdeckt?

Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie abrupte Bewegungen. Diese Tiere können leicht erschrecken, wenn sie sich bedroht fühlen, daher ist es nicht empfehlenswert, sie direkt anzufassen.

Einen Fluchtweg schaffen. Durch das Öffnen von Türen oder Fenstern können die Tiere aus eigener Kraft entkommen. In geschlossenen Räumen kann man ihnen so helfen, sich ohne Stress zum Ausgang zu bewegen.

Lassen Sie keine Lebensmittel offen liegen. Essensreste können diese Tierarten anlocken; daher wird empfohlen, Lebensmittel ordnungsgemäß aufzubewahren und die Räume sauber zu halten.

Mögliche Eindringstellen überprüfen und abdichten. Das Aufspüren und Verschließen von Öffnungen oder Spalten kann dazu beitragen, das Eindringen der Tiere zu verhindern, sodass keine Maßnahmen erforderlich werden, die ihnen Schaden zufügen könnten.

Auch sie verdienen es, mit Respekt und Mitgefühl behandelt zu werden

Bild von Depositphotos


Mit dieser Kampagne soll ein respektvollerer Umgang mit Ratten und Mäusen gefördert werden, indem sie über ihren Einsatz in wissenschaftlichen Kontexten hinaus als Lebewesen mit eigenen emotionalen und verhaltensbezogenen Fähigkeiten anerkannt werden.
Zudem wird dazu aufgerufen, diese Initiative kennenzulernen und weiterzuverbreiten, um zu einer größeren Sichtbarkeit und Rücksichtnahme gegenüber diesen Tieren beizutragen. Jedes Leben zählt, und die Anerkennung ihres Wertes ist ein Schritt hin zu einem ethischeren Umgang mit anderen Arten. Es stehen Informationsmaterialien zur Kampagne zur Verfügung, darunter herunterladbare Ressourcen, die Empathie und Wissen über diese Arten fördern sollen.
Um sich eingehender mit diesem Thema zu befassen, können Sie sich folgende Inhalte ansehen: Das Dilemma der Tiere in der Wissenschaft sowie Mutterschaft bei Ratten: Wie sieht es in Wirklichkeit aus? und Geschichte der Ratte, in denen verschiedene Aspekte der Beziehung zwischen diesen Arten und der Forschung sowie Aspekte ihres Verhaltens und ihrer Evolution beleuchtet werden.

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Mutterschaft bei Ratten: Wie sieht es in Wirklichkeit aus?

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„Te Protejo“ wird in den Ausschuss für Tierbioethik in Chile gewählt